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Halbzeit (2 Monate sind um)

Heyho.

Zunächst möchte ich mich bei euch für euer positives Feedback bedanken und mal viele Grüße nach Deutschland senden. Demnächst werde ich mal mit Karten schreiben anfangen müssen.

Ich habe nun die Hälfte der Zeit hinter mir und bin immer noch begeistert von Kapstadt und der Landschaft. Und immer wieder frage ich mich: Bin ich wirklich gerade hier? Sehe ich tatsächlich in der Abenddämmerung Kraniche an unserem Haus vorbeifliegen? Dusche ich gerade und habe dabei einen Blick auf den Tafelberg? Steckt mehr dahinter, wenn einige Lehrererinnen mir ihre Töchter vorstellen? Man weiß es nicht :D

Die erste Zeit habe ich sehr viel unternommen und viele touristische Sehenswürdigkeiten abgeklappert und Aktivitäten unternommen. Inzwischen beginn ich hier "zu leben". Also es entsteht langsam eine Routine mit zur Arbeit gehen, nach Hause kommen, Essen machen/gehen und Relaxen. Am Mittwoch sind wir normalerweise zu 1 SHOT 1 RAND ins Concept gegangen und haben uns dann meistens den Donnerstag frei genommen. Doch nun eine traurige Nachrichten für alle, die wegen dem 1 SHOT 1 RAND Special gerne mal nach Kapstadt gekommen wäre: Das Concept hat anscheinend für immer geschlossen. Wahrscheinlich haben wir einfach zu viel getrunken...

Wenn man nicht am Mittwoch feiern oder was trinken geht, dann eben am Wochenende. Da habe ich inzwischen auch schon die eine oder andere bevorzugte Bar. Trotzdem probiert man natürlich hin und wieder mal neues aus, Kapstadt ist noch längst nicht fertig erkundet.

Seit einiger Zeit arbeite ich in der Northwood Primary in Woodlands. Das liegt in dem Township Mitchells Plain. Als Weißer sollte man sich hier besser nicht alleine bewegen, haben zumindest die meisten Lehrer von meiner Schule gesagt. Ich bin übrigens der erste Volenteer überhaupt für sie und auch der erste Weiße der an der Schule arbeitet. Von meiner Schule und meiner Klasse (die 3a) hier nun ein paar Bilder.


Meine Aufgaben kann ich mir an der Schule größtenteils selber suchen. Ich helfe beim Korrigieren von Arbeiten, übernehme manchmal Klassen die eine Freistunde haben (spielen dann Fußball oder ähnliches) und bringe meiner Klasse hin und wieder deutsche Wörter bei. Mit zwei Klassen habe ich auch schon Eierkuchen gemacht und einige Bilder von Berlin gezeigt. Meine Klasse, übrigens 40 Schüler/innen, ist einerseits superlieb aber auch sehr wild. Die Jungs kämpfen ständig und ruhig ist es so gut wie nie während des Unterrichts, oder zumindes nicht lange. Mit meiner Lehrerin habe ich jetzt geplant, das ich 4-6 der Leistungsschwächeren mal übernehme um mit ihnen Lesen und rechnen zu üben.

Die Lehrer hier sind mega freundlich und großzügig. Sie bringen mir manchmal was zum Essen vorbei und haben immer ein offenes Ohr für mich. Die Lehrer sind auch sehr locker drauf und machen viele Späße, vor allem auf kosten anderer. Es ist ihnen eine große Freude mir auf Afrikaans Schimpfwörter beizubringen haha. Interessant was man nebenbei so auch an kleineren Unterschieden kennenlernt. Daumen zwischen Zeigefinger und Mittelfinger bedeutet bei uns ja "Ich hab deine Nase", aber hier ist die Geste vulgär und bedeutet quasi "Bock zu poppen?". Und ich hab gleich an meinem zweiten Tag mit einem Kind das "Nase klauen" gespielt, ihr könnt euch ja vorstellen wie die Reaktion der Lehrerin ausgefallen ist

Eine Lehrerin fährt mich übrigens jeden Tag immer zur Arbeit und zurück. Auf der Fahrt reden wir dann immer über die Schule, über Kapstadt oder was uns so beschäftigt. Für ihre 62 Jahre fährt sie übrigens erstaunlich rücksichtslos und gegen alle Regeln. Aber sie kommt damit immer ans Ziel :D Zwischendurch holoen wir auch ihren 4 jährigen Enkel ab, der dann einfach mal unangeschnallt im Auto spielen darf. Hier mal ein Foto während der Autofahrt: Ms. Kayelsum, Amelie (aus Hamburg), mir, zwei Lehrerinnen und zwei Kindern aus der Schule (wenn sie auch nicht alle mit aufs Foto gepasst haben).

Amelie geht seit einer Woche mit mir auf die selbe Schule und in zwei Wochen kommt noch eine aus Österreich dazu, mal sehen wie voll wir das Auto bekommen. 

Hier sieht man auf jeden Fall einiges lockerer im Straßenverkehr. Wir können uns einfach mal mit sechs Leuten in ein vier Personen Taxi quetschen. Drei auf der Rückbank, eine legts sich über die anderen, eine Person auf den Vordersitz und eine quetscht sich noch in den Fußraum. Die Taxifahrer haben meistens kein Problem damit und wir sparen Geld dabei. Auch was Uhrzeiten und Termine angeht wird hier vieles locker gesehen. Bei unserem Supervisor Jemaine kann so gut wie immer damit rechnen, dass er 30-90 min später kommt als vorher vereinbart. Auch wenn man mal 10-20 min später zur Arbeit kommt ist das kein Thema.

 

Inzwischen war ich übrigens am Cape of Good Hope, an mehreren schönen Stränden und habe an einem 10 km Peace Run teilgenommen.

Die Tour zum Kap war klasse. Wir hatten uns dazu eine Tour gebucht, in der auch einige Zwischenstops, Lunch und eine kleine Fahrradtour eingeplant war. Einer der Stops war der Boulders Beach an dem es sehr viele Pinguine zu sehen gibt.

Joa und als wir dann schließlich am Cape Point und Cape of Good Hope. Cape Point ist der südwestlichste Punkt Afrikas und Cape of Good Hope ist einfach Cape of Good Hope. Es ist zwar nicht ganz geklärt woher der Name kommt, aber unser Guide erklärte uns, dass der Name  daher kommt, weil vor vielen hunderten Jahren protugisische Seefahrer einen schnelleren Weg nach Indien gesucht haben und das Kap ihnen anzeigte, dass die Umfahrung Afrikas gelungen war. Auf dem Rückweg haben wir übrigens freilebende Baboons (Paviane) und Strauße gesehen. Das war echt steinstark!

Was auch echt steinstark war, war der 10 Km Peace Run an dem ich mit 2 anderen teilgenommen hab. Die Route war unglaublich gut gewählt, entlang der Küste und durch schöne Gassen und Parks. Als wir bei 3 km waren, kamen uns übrigens schon die ersten Läufer wieder entgegen. Das waren wahrscheinlich solche Superläufer aus Äthiopien. Das hat mich für einige Sekunden beeindruckt und demoralisiert. Aber nachdem ich ein paar Rentner überholt hatte ging es mir schon besser. Am Ende war ich auf jeden Fall sehr zufrieden, dass ich 54 min für 10 km gebraucht habe (ohne wirklich trainiert zu haben). Auf jeden Fall eine tolle Sache bei sowas mal mitgemacht zu haben!

 


28.9.14 21:50

Letzte Einträge: Surfen, Signal Hill und Cheetahs

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


ViBi (4.10.14 17:46)
Hi Marcus, deine Begeisterung für das Land merkt man in jeder Zeile. Steinstarker Bericht und coole Fotos. Weiter so. Mich würde interessieren, was du da so zu essen bekommst und wieviel Kilo du wiegst. ViBi


Jasmin (21.10.14 22:01)
Sehr toller Bericht wieder. Du musst UNBEDINGT eine Fotosession machen, wenn du wieder da bist! Ganz liebe Grüße

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